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Mär
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E(r)re(i)gnisort SÜD: Nachbetrachtung

FC St.Pauli – Tra$htalk

Diverse Beiträge sind im WWW zu lesen, anderen Ortes wurde mit der Begriffswahl “faschistoid” gesprochen.
Der 5 Minuten Boykott, ausgerufen durch die USP im Zusammenhang zur Wahrung der Fanrechte, wurde zur Einschränkung der Rechte Einzelner.

Im Zusammenhang mit dem Saisonkartenvorverkauf für den Stehplatzbereich der “Süd” bereits im Mittelpunkt der Kritik,
tritt die engagierte Gruppierung der USP erneut ungewollt aber zu recht in das Blickfeld der Fangemeinde.

Auch ob der Ankündigung des Clubs, dass diese Art der Nötigung nicht hinnehmbar sei, (Aussage Cornelius Littmann), habe ich mich als Unbeteiligter “Seit- “>20 Jahren”-Nordkurve-Dauerkartenschnarchnase-*A*F*M*Mitglied-Bruun-Witt-Gerademacher” einige Stunden mit dem “Szenario” auseinander gesetzt.

Erinnernd und in meiner persönlichen Wahrnehmung fanden bereits viele organisierte Fan-Aktionen im Umfeld des FC St.Pauli statt, die ich tragen wollte und konnte und denen ich mich z.T. aus persönlichen Beweggründen entzog.

Letzteres war in einem überaus gesprächsbereiten, Meinungen und in einem gewissen Rahmen auch Handlungen tolerierendem Fan-Umfeld nie ein Problem.

Es wurde weder Seitens der verschiedensten Gruppen des “Nord Supports”, anderen Fangruppen, der *A*F*M oder anderen Gremien des Clubs, irgendwelche mit dem Stadionbesuch gewährten Freiheiten eingeschränkt. Ich wurde als Person des Bürgerlichen Rechtes nicht mit Einsatz von unverhältnismäßigen Mitteln an normalen Besucherverhalten gehindert oder genötigt.

Dies ist auch immer noch so, nur leider gibt es seit dem 28.03.2010 Besuchergruppen, die nun diese Stadionerfahrung am Millerntor machen mussten.
“Krieg der Fans” betitelt die “mopo” einen Artikel,sicherlich reißerisch, der die Geschehnisse kurz aufgreift.
Einen weiteren Eindruck schildert Erick auf Ring2.de , wo sich ebenso eine Diskussion fand, wie im
St.Pauli-Forum.de und auch an anderen Stellen des WWW.

Das folgende YouTube Video lässt vermuten, was sich in den Zugängen zu den Bereichen “Süd” durch die “Blockade” der Ultras (USP) für eine Situation einstellte.

Für die Zuschauer, die ihre Plätze im Stadion bereits eingenommen hatten, war dieses Szenario nicht einsehbar. Ansonsten wäre sicherlich eine überaus laute Reaktion in Richtung der “Blockierenden” erfolgt.

Auf Welt.de ist zu lesen:

Die “Ultras Sankt Pauli” (USP) hatten zu einem Solidaritätsprotest aufgerufen, der sich für sie aber zu einem Desaster entwickelte. Erst nach fünf gespielten Minuten wollten die “Ultras”, die vor dem Anpfiff die Zugangsbereiche zur Südtribüne versperrten, ursprünglich die Stehplätze betreten. Die “Ultras”, die schon in der Vergangenheit durch ein elitäres, intolerantes Auftreten bei den übrigen St. Pauli-Fans in Misskredit geraten waren, beendeten schon nach 3:30 Minuten den Protest. Als sie auf die Traversen der Kurve strömten, erklangen “Scheiß USP!”-Rufe und “Fußball-Mafia USP”-Rufe von der Gegengeraden. Nach 20 Minuten wurde der Bruch zwischen den Fans durch die ersten Wechselgesänge etwas gekittet.

Durchaus ein akzeptabler Passus in diesem
Artikel der Welt.de und in der Folge treffend.

Warum Dritte nicht eingeschritten sind, um diese Blockade zu lösen, ist ebenfalls verständlich. Eine “Panik” wäre wohl kaum vermeidbar gewesen und welche Folgen diese hätte haben können, bedarf keiner Ausführung, sieht mensch die Enge, die im Vorraum zu den Aufgängen Süd vorherrschte.

Wie sollen nun die angekündigten Folgen durch den Verein in Richtung der Organisatoren aussehen, die diese Aktion “”auf dem USP Blog als (Zitat)
“überspitzt aufzuzeigen, wohin der Weg führen wird, wenn der Entwicklung kein Einhalt geboten wird.”
angekündigt hatten.

Waren dem Autorenteam dieser Zeilen zu dem Zeitpunkt bewusst, wie sich diese Maßnahme auswirken könnte?

Hier gehe ich davon aus, dass diese Frage klar mit NEIN beantwortet werden muss. Ich persönlich kann es keinem denkenden Individuum unterstellen, diese Form der Repressalie geplant zu haben. Doch kein Aussage ohne Aber!

Es ist fahrlässig, sich damit nicht zu beschäftigen. Meiner bescheidenden Meinung nach hat sich keiner der Initiatoren mit den Auswirkungen im Vorfeld genauer befasst, was ja schon allein der Ort der Blockade beweist.

Ein Ausrufen eines Treffpunktes für die Boykottwilligen wäre in diesem Falle die einfachste Lösung gewesen und keiner der durch Eintrittskarte und Bürgerrechte legitimierte Demokrat hätte unter der total überzogenen Maßnahme der selbstherrlichen USP’ler diese Form der Nötigung erfahren.

Innerhalb weniger Wochen zieht sich so die Gruppierung “Ultra Sankt Pauli” berechtigt Kritik Dritter auf sich.

Die Herausforderung für USP sollte nun klar lauten, sich mit den eigenen Verfehlungen auseinander zusetzten.
Was mir aber noch wichtiger erscheint, ist eine Entschuldigung, die zeitlich überfällig ist, an die Stadionbesucher zu richten, die sich dieser “Nötigung” beugen mussten,dies chancenlos und ein hohes Risiko tragend.

Das “Projekt USP” verliert durch diesen Vorfall noch mehr an Akzeptanz und somit auch an der Glaubwürdigkeit, sich im Sinne des Supports und dem Verein zu verhalten.

Viel mehr erweckt die Gruppierung “USP” den Eindruck, die “Bühne” die ihr gewährt wird, zur Selbstdarstellung bis hin zur Selbstverherrlichung zu nutzen. Es scheint mir so, als wenn das Organisatorische Vermögen der USP bei den klasse Choreo’s beginnt, leider nicht weit dahinter endet.

In einem meiner Kommentare zu diesem Thema ( auf Ring2.de ), empfehle ich bewusst:

“USP” sollte sich insgesamt überdenken oder konsequent sein und sich gleich auflösen. Wenn auch “nur” 100 Menschen in ihren Besucher- Bürger- Menschenrechten beschnitten worden sind, ist dies ein Tritt in die Lendengegend eines jeden St.Paulianers.

Ein sehr nachdenklicher Internet- und Reallife Zwerg Quoteni Rudus aka. quotenrocker

Es bleibt ein Konsens: Vorüt Bruun Wit!

EDIT: 15:22 UHR
Der von mir geschätze Übersteiger hat seine Sicht der Dinge im Blog veröffentlicht! Ich bitte alle Leser inständig, den Beitrag
“28.Spieltag – (H) – FC St.Pauli – Hansa Rostock”
zu lesen, um auch anderen Argumentationen folgen zu können.

Ich werde diesen Blog Post jetzt nicht anpassen, bitte aber darum zur Kenntnis zu nehmen, das ich die Durchführung der Aktion weiterhin nicht gutheißen kann und werde.

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11 Responses to “E(r)re(i)gnisort SÜD: Nachbetrachtung”


  1. 1 RPunkt
    2. April 2010 um 12:29

    Moin,

    alles klar. Vielleicht hierzu noch ergänzend:
    Stellungnahme USP

    http://usp.stpaulifans.de/

    Gruss

  2. 3 RPunkt
    1. April 2010 um 22:44

    Zitat:Der 5 Minuten Boykott, ausgerufen durch die USP….

    Das stimmt so nicht! Getragen wurde der Boykott auch gerade durch andere Fanclubs, Gruppierungen. Du trägst hiermit cleverer Weise auch zur “Hetzte” gegen USP bei. Herzlichen Dank dafür.

    • 2. April 2010 um 06:31

      Moin RPunkt!

      Der von Dir angemahnte Punkt treffend!

      Ich berichtige gern und entschuldige mich für diese unsachgemäße Darstellung!

      Zum Boykott wurde nicht ALLEIN durch die USP aufgerufen!

      Der Boykott wurde auf der Seite der USP (http://usp.stpaulifans.de) angekündigt!
      Somit unterstrich die USP die Federführende Rolle, die die Fangruppierung bei der Umsetzung des Protestes übernehmen wollte und übernahm.

      Zu dem Umstand, ob dieser Artikel zur Hetzte gegen die “USP” beiträgt, ob hier “Hetzte” stattfindet oder nicht, sei klar gesagt, dass, sollte beim Leser dieser Eindruck entstehen, dies nicht in meiner Absicht steht.

  3. 29. März 2010 um 19:28

    Tja, Sie sprechen meine Sprache, was soll ich sonst sagen?
    Traurig, das alles.

  4. 29. März 2010 um 17:48

    Offizielle Stellungnahme auf fcstpauli.com

    Unfreiwilliger Protest: Zahlreiche Beschwerden – Littmann: “Es wird Konsequenzen geben”

    Bis in die späte Nacht und den gesamten Montag wurde intensiv diskutiert. Welche Folgen hat der „Fan-Boykott“ der ersten vier Minuten vom Heimspiel gegen Hansa Rostock?

    Zur Erklärung: Mitglieder von USP (Ultra Sankt Pauli) hatten die Zugänge zu den Steh- sowie Sitzplätzen der Südtribüne blockiert. Polizei und Ordner waren bewusst nicht eingeschritten, um zu einer Deeskalation beizutragen. Nach einigen beratenden Gesprächen mit Präsidiumsmitgliedern und Vereinsoffiziellen erklärte sich am Nachmittag Corny Littmann zu den Vorfällen:

    „Wir haben nichts gegen Proteste, solange sie friedlich und freiwillig sind. Aber dieses Verhalten wird nicht ohne Konsequenzen bleiben.“ Der Präsident kündigt zeitnahe Gespräche mit der Fangruppierung USP an: „Wir haben sie zu einer Stellungnahme bis Mittwoch aufgefordert. In den vergangenen Stunden haben wir hunderte von Reaktionen von Fans erhalten, die sich beschwert und sich nachvollziehbar in ihren Rechten beschnitten gefühlt haben. Alle berichteten von dramatischen Situationen in der Promenade der Südtribüne. Wir sind froh, dass es keine Verletzten gab. Der Verein wird dafür Sorge tragen, dass sich so ein Vorfall nicht wiederholt!“

    Littmann weiter: „Es handelt sich zweifelsohne um Nötigung und wir werden überprüfen, inwieweit es sich um den Tatbestand der Freiheitsberaubung handelt.“

    Presse Linksammlung zum Thema:

    http://www.zeit.de/sport/fussball/2010-03/pauli-rostock-fans-ultras-usp

    http://www.welt.de/die-welt/sport/article6968237/St-Paulis-Aufstiegstraeume-reifen.html

    http://www.abendblatt.de/sport/fussball/st-pauli/article1438129/Anarchie-im-Fanblock-Ultras-versperren-Tribuenenzugaenge.html

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,686198,00.html

    Sven Brux am 30.03.2010

    http://www.stpauliforum.de/viewtopic.php?t=55909&start=180


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