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#profcsp #FCSP „Love On The Wrong Side Of Town“ – FC St.Pauli my Love


Vorüt Bruun Wit!

Wenn mensch so nett gebeten wird, klar!

Im Rahmen der Aktion „Warum bist Du bei St.Pauli“ erweitern wir das halt mal mit. Das Motto ist ja eher eine Aufgabe für ’nen Schulaufsatz in der 7. Klasse so a là „Mein schönstes Ferienerlebnis“. Genau das Schreiben soll die Leute zum Nachdenken bewegen, wie sie sich bisher im Stadion verhalten haben und sich künftig im Stadion verhalten wollen.

Da ist so ’ne unterstützende Einladung zum „Pimp It Up“ ganz locker.

Zudem hat es den herrlichen Nebeneffekt, das die Hirnwindungen mal wieder schöne zurückliegende Erinnerungen hervorheben, wie z.B. den Mißbrauch einer Ermässigtenkarte durch einen Besserverdiener. Dazu schreib ich dann nochmal was, denn bereits in den frühen 90ern war das nicht „St.Pauli Like“.

Vom Magischer FC und Lichterkarussell wurden angeschrieben:
– es lebe das Laster
– Fabulous St. Pauli
– Breitseite
– Lichterkarussell
– Metalust
– Übersteiger-Blog
– after chances
– gazzetta blog
– stpauli.nu
– Kleiner Tod
– Quotenrocker
– Foxxi
– Pathos

…und ab geht ’s…

„Love On The Wrong Side Of Town“? – P I

Eins steht fest! „Love On The Wrong Side Of Town“ gibt es für mich nicht, is‘ keine Lösung, egal in welche Liga es den FC St.Pauli verschlägt!

Mucke

Southside Johnny:

„Love On The Wrong Side Of Town“? P II

Jugendliche Wurzeln am Holstenplatz, der Sternbrücke, dem Hamburger Berg und der Kreuzkirche,

Fußball na ja, Nebensache in Kindertagen, schlimmer, sogar ein wenig böse auf die Sportschau, da diese ja zeitgleich mit Raumschiff Enterprise im TV ausgestrahlt wurde.

Bedingt durch wirtschaftlichen Aufschwung und der Geburt meines Bruders zog der Clan aus der Lisztstraße weiter, siedelte sich im Hamburger Speckgürtel an.

Hier hatte auch ein Hamburger Verein damals sein Trainingszentrum und es gab nur einen Bundesligaclub, dem die Sympathien zu flogen.

Die Heimspiele trug diese Mannschaft, die ihre Fanschar im Schwerpunkt aus dem Umland der Hansestadt rekrutiert, in einer ungastlichen Betonschüssel aus.

Ich besuchte einige dieser Veranstaltung. Da mein Dad dort „Geschäfte“ anbahnte, begleitete ich ihn, wenn mal wieder ein Kärtchen über war, Pressetribüne, ja und auch „damals“ gab es schon eine Art V.I.P Bereich mit Butterkuchen und Kaffee in der Halbzeit.

So 4 – 5 mal die Spielzeit ging es mit einem meiner besten Jugendfreunde dann auch in die Westkurve.

Dieses Kapitel endete 1982 abrupt, als Werder Bremen zu Gast in Hamburg war und sich die Fratze in Stellingen, die damals bereits all gegenwärtig war, ungeschminkt zeigte (R.I.P Adrian Maleika †17. 10.1982).

Die Leidenschaft zum Profi- Fußball endete, ich wollte nichts mehr mit diesem Sport zu tun haben, konnte es aber nicht ganz lassen, mich öfters mal im Amateurbereich auf die Terrassen zu stellen und auch wieder etwas aufzusteigen. Altona 93, der 1. SC Norderstedt, Concordia SC, FC St.Pauli – Verbandsliga Hamburg, Oberliga, später dann 2. Bundesliga. 4.000 Leute waren schon ‚ ne Menge Menschen dort am Millerntor, gerade bei einem Stadtteilverein. Das dort in der Fanszene etwas vorging, war eigentlich jeder Zeit irgendwie zu spüren. Rote Flora, Hamburger Kessel, Angriffe auf die besetzte Hafenstraße berührten Unrechtsempfinden.

Zudem ein ganz anderes Feeling, angstfrei zum Profifußball zu gehen, auch wenn Gegner und Heimmannschaft nicht das oberste Niveau erreichen konnten. Und was in Stellingen nicht möglich war, ging bei St.Pauli, Kritik zu äußern ohne „auf’fe Fresse, Alter!“.

Und dieser Stadteilverein spielte dann auf ein mal Relegation, 1987 gegen den FC Homburg, getragen von einer Wand der Zuneignung, Liebe des Publikums, die nicht pfiffen sondern den Support als Mittel für lange Befreiungsschläge und ehrliche Grätschen wählten.

Damals, meine Eltern im Urlaub, Live Übertragung im TV und ich spielte selbst, ein Freundschaftsspiel in einer Freizeittruppe hinter dem Stadion an der Ochsenzoller Straße, dem heutigen Sportpark Edmund Plambeck.

Nach diesem Spiel ab nach Hause, unter die Dusche, die Videokassette zurückgespult und Bandsalat…. kein Internet, Kein Videotext, kein BTX, Radio NDR2 Nachrichten…2:1 aber ein Treffer zu dünn… na und ?

Nebenher spielte ich schon einige Jahre Billard, 8er Ball, mehr recht als schlecht, um ’nen Drink, ’nen 10er , 3 Gewinnspiele ’ nen 50er und in dieser Billardkneipe entwickelten sich auch Freundschaften.

Nebenher wurde über Sportwetten gesprochen,Toto, Intertops und auch über Stadionbesuche und es stellte sich heraus, dass eine Gruppe von 4 – 5 Leutchen unabhängig von einander zum FC St.Pauli gingen, regelmäßig, aber nicht zu jedem Heimspiel, Gegengrade, Südkurve selten Haupttribüne und ich damals (wie heute) Nordkurve.

Genau dorthin zog es uns dann ab 88/89 in einer geschlossen Gruppe und was dort abging, war unbeschreiblich, „Roar“, Kampf, Schweiß, den mensch bis auf die Terrassen der Stehplätze riechen konnte.

Mein erstes richtiges Schockerlebnis, mit Dauerkarte bewaffnet, hatte ich im Heimspiel der Saison 89/90. Jens Duve verletzte sich und musste bereits in der Anfangsphase ausgewechselt werden. Es war sein letztes Spiel, welches St.Pauli gegen Nürnberg mit 0:1 verlor.

Leidenschaft pur und nach jedem Spiel hatte ich den Eindruck, mein Umfeld hat eben so wie ich alles gegeben für den Punkt, den Sieg, den Club,für die Entwicklung einer mündigen Fanszene.

Aus anfänglich 4-5 er Cliquen waren es schlagartig acht, neun bis später durch Stadionfreundschaften dort 20 – 25 Leute in der Nord am und um den untersten Wellenbrecher in Höhe der heutigen „Nordsupport Sektion“ standen.Singend, hüpfend, jubelnd, trauernd und trinkend.

Ende der 90er ebbte die Menge bereits ab. Hochzeiten, Kinder, Arbeitslosigkeit und andere Verpflichtungen und auch persönliche Differenzen dezimierten das Feld dieser „fast crowd“.

Es bildete sich ein härterer Kern von 3 – 5 Mann und mit dem Abstieg in die Regionalliga blieb letztlich noch einer…

In der Nordkurve gab es in den 90 ern aber auch noch Leute, die im heutigen Umfeld der Fanszene eher nicht gut leiden würden.

Damit meine ich nicht die Gäste aus Stellingen, die sich auf den Stehplatzrängen tummeln konnten, um sich unbedrängt, neutral gekleidet ein Zweitligaspiel des FC anzusehen.

Nein, es gab sie schon, Mitläufer die keinen großen Hehl aus ihrer politischen Gesinnung machten und dem „Fight Racism“ & „Gegen Rechts“ zunächst nichts abgewinnen konnten.

Doch die Gesichter verschwanden oder wurden wach, um sich geläutert dem an zu schließen, was der Fanszene noch heute leider in vielen Stadien abgeht. Hier haben sicherlich die Fanzines, wie „Millerntor Roar“ „Unhaltbar“ und „Der Übersteiger“ einen riesen Anteil, denn es wurde nicht nur gelesen, es wurde auch viel Gelesenes gelebt. Kein Raum für Nazis und Faschisten also und die Gegengerade und Leute wie Sven Brux hatten genug Ausstrahlung um dies kurvenübergreifend durchsetzten zu wollen. Und lieber ein „Nazis raus!“ Sprechchor zu viel, wenn mal wieder Spacken aus anderen Städten ihre Hooligan- Eier zeigen mussten, als einer zu wenig.

Eine Besonderheit beim FC St.Pauli ist halt die sich selbst regulierende und in der Überzahl gewaltfreie Fanszene.

Und das gilt es zu bewahren, denn dem Stehplatznachbarn auch mal sagen zu können, das mensch den Ausruf „Du Schwuchtel“ nicht in Ordnung findet, nicht dulden will und dass dieser nicht am Millerntor oder sonst wo angebracht ist, findest Du nicht überall.

Es gibt auch hier Grenzen und ob sich nun ein Fan ein Phallusaufkleber auf den Schlapphut kleben muss oder nicht, das obliegt dem Träger des Hutes.

Der Sohn des Dr. Ludewig Lutschkopf

Ob dies nun andere stören könnte oder nicht, dass obliegt seinem Intellekt dies im Vorfeld des Besuches am Millerntor zu entscheiden. Persönlich finde ich derartige Motive nicht gerade angebracht.

Das ist ebenso wenig „mein St.Pauli“, wie diffamierende Gesänge in Richtung gegnerischer Vereine, Spieler oder deren Anhänger und dem Schiedsrichtergespann.
Ebenso fehl am Platz finden sich überzogene Werbemaßnahmen, wie die „LED- SMS –Laufbanneraktion“ eines Sponsoren des Tages, der blöden Mittelkreiswerbung, die eh nur auf den oberen Tribünenplätzen und im TV erkennbar ist oder die Zulassung von Werbung für Produkte mit zweifelhaften Namenszügen, wie „Malte Kuschi“.

Ob „Hamburg Energie“ nun in einen Sponsorenpool des FC passt, oder auch mal die Marke „Astra“ der Carlsberg Gruppe hinterfragt werden sollte, stelle ich mal so in den Raum.

Gerade letzteres sollten sich mal einige, die dieses „regionale“ ehemalige Bavaria- Pils propagieren, hinterfragen.

Der Carlsberg Gruppe ist das scheiß egal, wenn der Braustandort Hamburg (u.a. Holsten/Astra) nicht mehr rentabel ist, wird dicht gemacht und an einem anderen Standort „gelabelt“ und somit weiter Arbeitsplätze in der Stadt ohne Rücksicht auf ein Engagement beim FC St. Pauli abgebaut.

Einen 100% ethisch verträglichen Sponsoren zu finden ist sicherlich keine leichte Aufgabe und steht ja hier auch nicht zur Debatte, beinhaltet aber schon eine kleine Vision.

Der „Jolly Rouge“ sollte hier für den Verein als Maßstab dienen können.

Vielleicht ist eine „Jolly Rouge“ Verifizierung eine zusätzliche Möglichkeit, den interessierten Sponsoren noch etwas mehr zu bieten, als die Marke „FC St.Pauli“.

Allerdings würde zur Zeit ja selbst unsere Vereinsführung, ob des Verhaltens gegenüber der Jolly Rouge Bewegung und der Sozialromantiker Initiative, nicht mit diesem Label zu verifizieren sein.

Bei allen positiven und weniger erfreulichen Umständen um den Club steht doch das im Vordergrund, was mich immer wieder an das Millerntor treiben wird.

Fußball, das Mitfiebern mit Gleichgesinnten, die sich mehr und mehr auch abseits des Stadions als Gleichgesinnte beweisen.

Du findest abseits des Ground immer interessante mündige Gesprächspartner zu diversen Themen.

Und je mehr Zeit ich mit alten und neuen Bezugsgruppen verbringe, je mehr Fans, ob aktiv oder nicht, ich kennen lerne, desto mehr Input erhalte ich. Impulse von Dritten, die mich zum Nachdenken bewegen, zum Umdenken, zum Handeln, zum Schreiben.

Es gibt allerdings Strömungen im Umfeld des Clubs, die mich seit der Aufstiegssaison und dem Zweitligaufstieg 2007 nicht mehr ganz so flashen.

Ob es der Anspruch der Ultras als absolut bestimmende Fangruppe ist, oder die utopischen Ansprüche an das gesammte sportliche Team und die sportliche Entwicklung des Clubs.

Irgendwann nervt es halt.

Ich hoffe mal, dass ich hier mal so’nen groben Abriss geben konnte, wie
der FC St.Pauli sich in meine Freizeit und Lebensgestalltung geschlichen und mich auch geprägt hat.

Na ja geschlichen….ich hatte ja alle Türen offen durch meine Jugend in Altona und die liberale sozialdemokratische Erziehung meiner Eltern, von dem Leben am Hamburger Berg, als Großvatern da noch ’nen Krämerladen hatte…

Vielleicht konnte ich ja einigen Leuten, ob mit „lustigen“ Aufklebern am Hut, selbstverliebter Ultra oder künftigem Sponsor und Businessseat- oder Logenmieter ein paar Ansätze liefern, wie wir dem FC St.Pauli alles Gute bewahren, was ihn ausmacht und fördern, um zu bezahlen, was sein muß, ohne dem breiten Publikum die Chance auf ein erschwingliches Steh- oder Sitzplatzticket zu rauben.

So wie ich es heute (nach dem 27. Spieltag der Saison 10/11) sehe, hat der FC St.Pauli sich in dieser ersten Liga bisher gut verkauft, allerdings sehe ich den Abstieg als kaum vermeidbar entgegen.

„Eine neue Liga ist wie ein neues Leben“ und da ist sehr viel dran.

Und auch dann geht das Leben weiter und es ist wie es bleiben wird.
Neben meiner Familie ist und bleibt der FCSP meine „Love of My Life“


3 Responses to “#profcsp #FCSP „Love On The Wrong Side Of Town“ – FC St.Pauli my Love”


  1. 23. März 2011 um 13:57

    Mir gefällt das weite Ausholen, das ausführliche Aufzeigen der Wurzeln, denn diese gilt es ja schließlich insgesamt zu bewahren. Gleichzeitig aber auch, Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein. Eine bestimmende Fangruppe brauchen wir am Millerntor meines Erachtens nicht, da dieses auf eine faninterne Spaltung hinausläuft und wenig mit Gemeinsamkeit zu tun hat. USP an sich empfinde ich als Bereicherung, nicht aber ein Voranschreiten der Grüppchen oder Gruppenbildungen. Mit dem Generationskonflikt werden wir uns sicherlich auch (nicht nur) in der nächsten Saison auseinanderzusetzen haben, ganz ligaunabhängig.

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  2. 23. März 2011 um 09:19

    „Und je mehr Zeit ich mit alten und neuen Bezugsgruppen verbringe, je mehr Fans, ob aktiv oder nicht, ich kennen lerne, desto mehr Input erhalte ich. Impulse von Dritten, die mich zum Nachdenken bewegen, zum Umdenken, zum Handeln, zum Schreiben.“

    Jau!!! Finde enorm, was gerade Twitter da für eine Dynamik angefacht hat, freu mich da bei jedem Anstoßen mit Domschänken-Knolle nach dem Spiel drüber!

    Und sei mal nicht so ungnädig mit den Ultras. Das ist popkulturell notwendig, deren Haltung😉 … da kennste Dich doch aus!

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